Christian Bussenius . Klausur
Christian Bussenius: Klausur, Malerei


Freibrief (Malerei)

Christian Bussenius


Vernissage: 28.11.2019, 19 Uhr



Exhibition: 29.11. - 11.01. 2020

Mi - Sa: 13 - 18 Uhr


Freibrief

Mit dem Ausstellungstitel erinnert Christian Bussenius an das „all is possible“ der
Kunst. Auch wenn sie – wie jede Branche – Moden unterworfen ist: Das offenbart der
ewige Gattungsstreit, oder die leidige Frage, ob gegenständliche, oder abstrakte Malerei gerade angesagter ist, meist mit dem Zusatz – „in Berlin“ – als würde in Berlin festgelegt werden, was von einem Künstler in der kommenden Saison erwartet wird und als wären nicht beide Darstellungsweisen längst kunsthistorisch verbrieft und für jeden Künstler nach eigenem Gutdünken verfügbar. Die Jüngerschaft gegenüber der Kunst, die sich unmittelbar visuell erschließt, scheint gewachsen zu sein, jene der rein vergeistigten Kunst wartet hingegen in den akademischen
Hinterzimmern auf ihr Comeback. Nicht zu vergessen ist die aktuelle Politisierung,
und die inhaltliche Frage nach der Trennung von Künstler und Werk, vor allem seit
#metoo und der Debatte über den korrekten Umgang mit Künstlern aus dem politisch
rechten Spektrum, d.h. Diskussionen rund um das Thema „Moral“.

Mit seiner Ausstellung „Freibrief“ macht Bussenius auf die Freiheit der Kunst
aufmerksam. Ein Künstler handelt nicht im Auftrag von..., ein Künstler ist kein Angestellter, ein Künstler ist kein Designer und ist keinen Moden unterworfen. Kunst ist einfach nicht wie jede Branche. Die Freiheit hat sicherlich ihren Preis: Den Preis der fehlenden Würdigung, oder des fehlenden Gefühls eingebunden zu sein in die Gesellschaft. Der Gewinn ist aber, dass keine Anpassungsleistung erbracht werden muss. Nicht alle sehen diese Freiheit und deshalb ist es an der Zeit, sich ein stückweit an Joseph Beuys zu erinnern und daran, dass jeder Mensch Künstler ist und jeder Künstler es erst recht sein sollte. Christian Bussenius zeigt in seinen Bildern seine persönlichen „Helden“, die sich in unterschiedlichen Berufsfeldern bewegen, einer jeweils anderen Bestimmung
folgend, beschäftigen sie sich doch alle mit ähnlichen Sinnfragen. Es sind Menschen,
die für ihn Künstler sind – im erweiterten Sinne – und die zu voneinander divergierenden Antworten und Lebensentwürfen tendieren: Der Theologiestudent, etwa, will Gott nah sein, der Bauer, verbindet ähnliches mit der Natur. „Jedes dieser Leben für sich ist...“, so Bussenius, „bedrückend“ und zugleich „heroisch“.

Lu Potemka



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