Schwestern by Martina MunseMartina Munse: Schwestern, 110 x 140 cm, Öl auf Leinwand

High Jump



Martina Munse


Vernissage: 25.10.2018, 19 Uhr


Exhibition: 26.10.-23.11.2018

past Potemka Shows:

Young Ju Yim: Cloverfield 09 - 10.18

Denise Reichenbach: Starstruck Lovers 06 - 07.18

Dr. Konstanze Caysa: Wolke 7 06 - 06. 18

Maria Sainz Rueda & Ivana de Vivianco: D Minor Mint 05 -06. 18

Stephan Kopiczinski: Heile Welt 04 - 05.18

Tobia König: Party Boy: 01. - 02.2018

Nils Franke und Simone Zwenik: 11.17 - 12. 2017

Potemka Groupshow: Best of: 09 -10.2017

Thomas Geyer: Alba: 08.-09. 2017

Pornosophie - Group Show: 06 - 07. 2017

Shaima Sobhy: Female Reconfiguration: 05. 17 - 06. 17

Robert Deutsch: Turing: 03.17 - 04.17

Janjan Jacqueline Boom Boom:
Love Shines Always Brightly For All: 01.17 - 02.17


Young Ju Yim: Schöpfungsgeschichte : 12.16 - 01. 17

Sophie von Stillfried: Coeur d´Artichaut : 09 16. - 10. 16

Justyna Koeke : Prinzessinnen und Heilige : 05. 16 - 06. 16

Chistian Bussenius: Elsterland : 04. 16 - 05. 16

Sebastian Bieniek: The Imitation of the Imitation : 03. 16 - 04. 16

Group Show: Change your Culture : 01. 16 - 02. 16

Robin Zöffzig: Enter Hades : 12. 15 - 01. 16

Hong_Jin-Kim: Soul Painting : 10 - 11. 15

Hannes Uhlenhaut: Klischee Royale : 09 - 10. 15

Summer Special 2015 : 08 - 15

Marek Brandt : Arret : 07 - 08. 15

Korean Artists : Verborgene Realitäten : 05 - 06. 15

Inka Perl & Johannes Zagler : Drei Flügel : 04 - 05. 15


Martin Schuster : Flausensieb : 02 - 03. 15

Nils Franke : Golden Valley - 01 - 02. 15


Group Show : Märchen - Fary Tales : 11 - 12. 14

Christian Bussenius : Unentwegt : 09 - 10. 14

Summer Group Show : 08 - 09. 14

Annegret Hornik : Pflueck : 07 - 08. 14


Sophie von Stillfried : Trompe le Monde : 06 - 07. 14


Robin Zoeffzig : SoDummWieGomorrha : 04 - 05. 14

Yim Young Ju : Lost Truth : 03 - 04. 14

Sandro Porcu : Head up : 01 - 02. 14


you are my Mirror : part II : Boys : 11. - 12. 13

you are my Mirror : part I: Girls : 09 - 10. 13

Justyna Koeke : Ave Maryja : 06 13 - 07. 13

Christian Bussenius : Können wir? : 05. 13 - 06. 13

Molina Ghosh : Ich bin viele : 03.13 - 04.13

Franziska Anna Faust: +-0 : 02.13 - 03. 13

Rayk Goetze: #1 : 12.12 - 01.13

Frank Berendt: Nachtsammlung : 09. 12 - 11. 12


Tiziano Martini & Nans Quetél :
Two Men and One Mountain : 08. 12 - 09. 12


Sophie von Stillfried : Noli Me Tangere : 07. 12 - 08.12


Robin Zöffzig : Das Deutsche Reicht : 06. 12 - 06. 12


Salon de Beauté : Groupshow : 04. 12 - 05. 12


Franziska Faust : Bestiarium : 03. 12 - 04. 12

Inka Perl : Die Erträgliche Schwere des Scheins : 02.12 - 03.12


Marek Brandt : Time Warp : 01. 12 - 02. 12

Justyna Koeke : Hitting and Hitting back : 11. 11. - 01. 12

Johannes Tiepelmann : Klausur : 09. 11 - 10. 11


Group Show : After Limbo : 07. 11 - 08. 11

Sophie von Stillfried : Nachtigallen : 06. 11 - 07.11

Rayk Goetze : Beinarbeit : 04. 11 - 05. 11

Christian Bussenius : Gegenstück : 03. 11 - 04. 11.

Kristina Schuldt : Roche Zehn : 02. 11 - 03. 11

Marcel Walldorf : Everybody´s Darling : 01. 11 - 02. 11


Johannes Tiepelmann : Allerseelen : 11. 10 - 12. 10

Rahel Meisel : Bestia : 10. 10 - 11. 10


Jürgen Noltensmeier : Cut : 09 . 10 - 10. 10

Magic Club Summer Group Show : 08 . 10 - 09. 10


Marco Voss : Phalanx : 07.10 - 08.10

Tipi : Konstantin Déry : 06.10 - 07.10

Marek Brandt : Musik für Tiere : 05.10 - 06.10

Ondrej Drescher .. aus der Kälte : 04.10 - 05. 10

tmp - potemka - vice versa berlin - leipzig : 03.10 - 04.10

Christian Bussenius : Atlas :: 02.10 - 03.10

Rayk Goetze : Schlagseite : 01.10 - 02.10

First Group Show : 12.09 - 01.10

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Die Ausstellung ist vom 26.10.-23.11.2018 immer Mittwochs bis Samstags 13-18 h geöffnet
Vernissage ist am 25.10.2018, ab 19 Uhr

Martina Munse – High Jump
Im Vorfeld der Ausstellung führte ich mit Martina Munse ein Gespräch über das Branding „Neue Leipziger Schule“, einem in Medien inflationär gebrauchten Begriff, der hier in Leipzig – gerade bei den MalerInnen - als ein absolutes No-Go gilt, weil sie zu Recht auf die Mannigfaltigkeit der Handschriften insistieren, die sich kaum in einem Sammelbegriff fassen lassen. Um so erstaunlicher, dass sich eine Malerin ganz unverhohlen mit der „Neuen Leipziger Schule“ identifizieren kann. Sie verweist dabei auf einen ganz bestimmten Ausbildungsstil, der die Generation der HGB-Malerei-Studenten der 90er Jahre prägte und direkt an die Ausbildung der vorangegangenen Rink/Gille-Generation anknüpft.
Diese Generation wiederum hatte das Lehrmodell von Werner Tübke übernommen. In der Praxis bedeutete es, dass im Grundstudium täglich acht Stunden „Figur im Raum“ gezeichnet wurde – ohne dass gestattet war, Farbe einzusetzen. Erst im Hauptstudium wurden die Studenten im Fach „Künstlerische Techniken“ in die Ölmalerei eingeführt.
Diese Art der Ausbildung forderte ganz fokussiert die gegenständliche Malerei und legte auch die Techniken Alter Meister nahe. „Mich hat damals insbesondere die Farbigkeit Tizians fasziniert. Ich wollte all die Gemälde unbedingt im Original studieren und machte meine erste Studienreise nach Italien. Aber so angezogen wie ich auch war von der Kontinuität, der Kunstgeschichte und der Kunst Tizians, es war auch immer der Drang präsent, zu Experimentieren und zu einem eigenen, zu einem zeitgenössischen Bild zu gelangen. Also musste ich noch viele weitere Male raus aus Leipzig, um das aktuelle Kunstgeschehen z.B. in Städten wie New York oder St. Petersburg zu erleben. Aber die technischen Einflüsse kommen vom Studium in Leipzig, Ich sehe mich als Teil der „Neuen Leipziger Schule“, weil ich in Deutschland ein wahrscheinlich einzigartiges Modell des Malereistudiums durchlebte – es manchmal auch hasste, vor allem „Figur im Raum“ bis an die Grenze des Erträglichen durchzuexerzieren, aber das hat uns die Möglichkeit gegeben, ein künstlerisches Fundament zu entwickeln und das verbindet uns.“
In einem kunsthistorischen Bewusstsein werden überlieferte Techniken von Martina Munse in einen neuen Bildzusammenhang gebracht und grafisch anmutende Figuren in leuchtende, flache Farbräume positioniert. Die grafischen Formen tauchen aber auch, losgelöst von der Figur als Bildelemente auf, die Räumlichkeit andeuten und den Bildraum strukturieren. Eine Verwandtschaft zur Kunst der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts ist unübersehbar – dabei werden häufig Art Nouveau und Surrealismus in den Zusammenhang mit der Malerei Martina Munses gestellt, aber Tonalität und Formgebung erinnern auch an das Bauhaus und vor allem an Oskar Schlemmer. Die zumeist weiblichen Figuren haben trotz ihrer betonten Körperlichkeit etwas Schwebendes und Entrücktes - als seien es Wesenheiten aus einer anderen Welt. Die Bilder sprechen eine Narrration an, die angedeutet, aber nicht ausformuliert wird.
Ein Äquivalent findet sich in der Darstellung innerer Organe, die akribisch gezeichnet sind, aber dennoch ästhetischen Prämissen folgen, so dass sie – jenseits ihrer Konnotation, ästhetisch erhöht werden – Martina Munse verweist in dem Zusammenhang auf die Zuordnung etwa der Niere zum Yin, oder der Leber zum Yang und berührt damit nicht nur den Symbolismus, sondern schafft darüber hinaus auch ein mystisches Upgrade der Signaturenlehre des 17. Jahrhunderts.
Lu Potemka
Potemka Contemporary Art . Aurelienstraße 41 . 04177 Leipzig . Tel.: 0172 - 346 06 57 . post@potemka.de . open: Mi. bis Sa.: 13 - 16 und 16.30 - 18 Uhr and by appointment